Da steckt viel Wahres drin. Sind in einem Team die ganz grundsätzlichen Dinge nicht gut geklärt, so wird es schwierig in die Performance-Phase zu kommen und Spaß an der Zusammenarbeit zu entwickeln. Das kennen wir natürlich nicht nur aus dem beruflichen, sondern auch aus dem privaten Bereich.
Hierfür empfehlen wir das Tool!
In vielen Teams bleiben Erwartungen unausgesprochen: Wie wollen wir eigentlich zusammenarbeiten? Was ist uns wichtig im Miteinander? Wie gehen wir mit Spannungen, Feedback oder Fehlern um? Das Problem: Jede:r hat implizite Annahmen – aber selten ein gemeinsames, explizites Verständnis. Das führt zu Missverständnissen, unausgesprochenem Ärger oder Reibungsverlusten im Alltag.
Eine Teamcard schafft hier Klarheit. Sie macht sichtbar, wie ein Team zusammenarbeiten will – und gibt Orientierung im täglichen Miteinander. Dabei geht es nicht um starre Regeln, sondern um gemeinsam getragene Prinzipien.
Wenn Ihr merkt, dass Erwartungen im Team auseinandergehen, Konflikte sich wiederholen oder Zusammenarbeit „irgendwie läuft“, aber nicht bewusst gestaltet ist, kann eine Teamcard helfen. Sie eignet sich besonders für neue Teams, bei Veränderungen oder immer dann, wenn ihr eure Zusammenarbeit bewusst weiterentwickeln wollt.
So funktioniert es gut!
Eine Teamcard entsteht idealerweise gemeinsam im Team und lebt davon, dass alle Perspektiven gehört werden. Folgende Schritte haben sich bewährt:
Themen sammeln
Startet mit der Frage: Was ist uns wichtig in der Zusammenarbeit?
Typische Themen sind z. B. Kommunikation, Feedback, Entscheidungsfindung, Umgang mit Fehlern, Erreichbarkeit oder Meetings.
Erwartungen sichtbar machen
Jede:r bringt ein, was ihm oder ihr wichtig ist. Gerade unterschiedliche Sichtweisen sind wertvoll, weil sie blinde Flecken sichtbar machen.
Gemeinsame Prinzipien formulieren
Verdichtet die Beiträge zu klaren, verständlichen Aussagen, z. B.:
„Wir geben uns zeitnah und direkt Feedback.“
„Wir sprechen Spannungen frühzeitig an.“
Wichtig: Die Formulierungen sollten konkret und alltagstauglich sein.
Bewertung der Kriterien
Nachdem ihr eure Prinzipien formuliert habt, geht es darum, sie gemeinsam zu bewerten und zu schärfen. Hier entscheidet sich, ob die Teamcard später wirklich wirkt oder nur „gut klingt“. Ziel ist nicht nur Einigkeit, sondern ein echtes gemeinsames Verständnis.
Wichtige Punkte hierfür findest Du weiter unten den sechs Schritten.
Committment herstellen
Prüft gemeinsam: Können alle damit gehen? Gibt es Einwände oder Ergänzungen?
Ziel ist ein gemeinsames Verständnis, hinter dem das Team wirklich steht.
Sichtbar machen und nutzen
Hängt die Teamcard sichtbar auf oder integriert sie in eure Tools. Sie soll im Alltag präsent sein – nicht in der Schublade verschwinden.
Wichtige Kriterien für die Bewertung der Kriterien (Schritt 4)
- Relevanz klären
Fragt Euch: Wie wichtig ist uns das im Alltag wirklich? Nicht alles hat die gleiche Priorität. - Ist-Zustand reflektieren
Bewertet ehrlich: Wie gut leben wir das heute bereits – z. B. auf einer Skala von 1–10?
Das schafft Transparenz und verhindert unrealistische Selbstbilder. - Konkretheit prüfen
Hinterfragt: Woran erkennen wir im Alltag, dass wir das leben?
Wenn das unklar bleibt, ist das Kriterium noch zu vage. - Unterschiede sichtbar machen
Sprecht über unterschiedliche Einschätzungen. Gerade Abweichungen zeigen, wo Missverständnisse oder unausgesprochene Erwartungen liegen. - Verbindlichkeit herstellen
Klärt: Können und wollen wir uns darauf committen?
Wenn nicht, passt den Punkt an oder lasst ihn bewusst weg. - Entwicklungsfelder identifizieren
Niedrig bewertete Kriterien sind besonders wertvoll: Sie zeigen, wo ihr konkret ansetzen könnt.
Wichtig: Die Bewertung ist kein „Test“, sondern ein Lernmoment. Es geht nicht darum, gut dazustehen – sondern ehrlich hinzuschauen.
Darauf musst Du achten!
- Keine Hochglanz-Statements: Die Teamcard sollte realistisch sein – nicht das Idealbild, das niemand lebt.
- Beteiligung ist entscheidend: Nur was gemeinsam erarbeitet wurde, wird auch getragen.
- Klar statt allgemein: „Wir kommunizieren gut“ hilft wenig. Konkrete Vereinbarungen machen den Unterschied.
- Regelmäßig reflektieren: Eine Teamcard ist kein statisches Dokument. Überprüft regelmäßig: Passt das noch für uns?
- Spannungen nutzen: Wenn Vereinbarungen nicht eingehalten werden, ist das kein Scheitern, sondern ein Hinweis auf Lernfelder.
- Vorbildverhalten: Besonders Führungskräfte prägen, ob die Teamcard gelebt wird oder nicht.
Darüber hinaus solltet ihr darauf achten, dass ihr eure Teamcard mit konkreten Beispielen hinterlegt. Dies stellt sicher, dass alle wissen, worum es geht. Haltet sie dabei aber schlank. Die Auswertung von 8 Themen in einer Teamcard dauert gerne mal 1,5h. Insofern empfehlen wir, nicht mehr als 8 Dimensionen aufzustellen.
Und zu guter letzt: Feiert bewusst, wenn ihr merkt: „Das leben wir wirklich!“
So unterstützen wir Dich
Eine Teamcard lässt sich alleine oder im Rahmen einer Teamentwicklung erarbeiten. In diesem Kontext können wir auch direkt besprechen, wie ihr die Teamcard anschließend nutzt, damit sie euch wirklich weiterhilft.
Dies empfehlen wir Dir zusätzlich
Eine Teamcard lässt sich wunderbar aus einer Erwartungsklärung im Team erarbeiten. Sie dient als Instrument dazu, eine Erwartungsklärung nachhaltig zu machen.
Darüber hinaus lassen sich Maßnahmen aus der Besprechung einer Teamcard wunderbar im Konsent ableiten.