Kennt Ihr das aus Meetings und Entscheidungen im Team: Die/der Lauteste prägt die Diskussion. Man verzettelt sich in Details. Auseinander liegende Positionen schaukeln sich gegenseitig hoch. All das umso stärker, je leidenschaftlicher einzelne beim Thema sind. Andere halten sich komplett zurück. Spaß macht das nicht, und wirklich gute Ergebnisse werden so auch eher selten erzielt.
Hierfür empfehlen wir das Tool!
Die rundenbasierte Diskussion aus der Soziokratie hilft euch, Gespräche klarer, effizienter und menschlicher zu führen — besonders dann, wenn ein Thema kontrovers, emotional oder komplex ist.
Statt dass die lautesten Stimmen den Verlauf bestimmen, kommt jede Person einmal zu Wort. So werden unterschiedliche Perspektiven sichtbar, ohne dass sich Positionen sofort gegenseitig hochschaukeln. Das schafft mehr Ruhe, mehr Qualität und mehr gemeinsame Verantwortung.
Ein schöner Nebeneffekt aus unserer Sicht: die rundenbasierte Diskussion ist ein Tool, das auch für sich genommen gut funktioniert – man muss nicht gleich die ganze Soziokratie dafür einführen. Gleichzeitig bietet sie einen guten Vorgeschmack auf das, was als Reifesprung wartet, wenn man Zusammenarbeit mithilfe soziokratischer oder anderer selbstorganisierter Methoden besser gestalten möchte.
So funktioniert es gut!
Am besten arbeitet ihr euch Schritt für Schritt durch die folgenden Punkte.
Stellt zuerst einen konkreten Vorschlag in den Raum
Die Diskussion startet nicht allgemein, sondern mit einem möglichst klar formulierten Vorschlag. Alle sollten verstehen, worum es geht und worauf sie reagieren sollen.
Gebt reihum Resonanz
Jede Person kommt nacheinander einmal zu Wort und teilt ihre Resonanz: Was überzeugt mich? Was sehe ich kritisch? Was fehlt mir? Wichtig: Es wird noch nicht diskutiert, kommentiert oder verteidigt.
Hört auf Muster, Einwände und Spannungen
Achtet darauf, welche Themen mehrfach auftauchen, wo echte Bedenken liegen und welche Hinweise den Vorschlag verbessern können.
Passt den Vorschlag an
Auf Basis der gehörten Resonanzen wird der Vorschlag (von der Moderation oder dem/der Einbringer:in) weiterentwickelt. Es geht nicht darum, alle Meinungen gleich stark einzubauen, sondern relevante Einwände ernst zu nehmen.
Geht bei Bedarf in eine zweite Runde
Wenn die Positionen weit auseinanderliegen oder neue Gedanken entstanden sind, folgt eine zweite Resonanzrunde. So können die Beteiligten das Gehörte verarbeiten und erneut auf den angepassten Vorschlag reagieren.
Entscheidung/Abschluss (optional)
In der Soziokratie würde jetzt hier die Entscheidung per Konsent folgen – auf Basis des Gehörten wird der (modifizierte) Entscheidungsvorschlag formuliert und zum Konsent gestellt, d.h. verabschiedet, wenn niemand einen schwerwiegenden Einwand im Sinne des Gesamtziels hat. Falls es nur um das Sammeln von Resonanz und Informationen ging, bedankt sich die Moderation und die/der Einbringer:in und fasst das Gehörte kurz zusammen.
Darauf musst Du achten!
Die Methode wirkt nur, wenn die Runde wirklich geschützt ist. Niemand sollte unterbrechen, sofort widersprechen oder die eigene Position mehrfach wiederholen. Gerade starke Stimmen müssen lernen, sich zurückzunehmen. Und ruhigere Personen brauchen die Sicherheit, dass ihr Beitrag genauso zählt.
Am Anfang kann sich das ungewohnt anfühlen. Manche Egos zahlen einen Preis, weil spontane Debatten, Schlagfertigkeit oder Dominanz weniger Raum bekommen. Auch für uns war es ein Lernprozess und bedurfte fachkundiger Begleitung, dieses Vorgehen zu etablieren. Dafür entstehen bessere Entscheidungen, weil wichtige Einwände hörbar werden und nicht im Tempo der Diskussion untergehen.
Führt die Methode nicht erst im größten Konflikt ein, sondern übt sie bei kleineren Entscheidungen. Eine neutrale Moderation hilft sehr — besonders am Anfang. Sie achtet auf die Reihenfolge, schützt die Gesprächsstruktur und unterscheidet zwischen Meinungen, Rückfragen und echten Einwänden.
Mit etwas Übung entsteht ein anderes Diskussionsklima: weniger Verzetteln, mehr Fokus, mehr Vertrauen in die Kompetenz der anderen — und eine Form von Entscheidung, bei der Verantwortung wirklich geteilt werden kann.
So unterstützen wir Dich
Rundenbasiertes Arbeiten braucht etwas Übung und Disziplin. Gerne helfen wir euch bei den ersten Schritten mit diesem Format im Rahmen eines Teamworkshops bzw. einer Teamentwicklung.
Dies empfehlen wir Dir zusätzlich
Schau doch mal unser Tool zu "Entscheidungen im Konsent treffen" an. Hier haben wir den Weg hin zu Entscheidungen noch einmal detailliert aufgelistet.