Feedbackprozesse können schnell zäh, eindimensional oder wenig erkenntnisreich werden. Dabei liegt gerade im Blick anderer eine große Chance für persönliches Wachstum: Was sehen andere in mir, das ich selbst vielleicht nicht wahrnehme? Wo liegen meine Stärken? Und wo gibt es Entwicklungsfelder, die ich bisher noch nicht gesehen habe?
Hierfür empfehlen wir das Tool!
Der SOULtalk schafft dafür einen persönlichen und wertschätzenden Rahmen. Es handelt sich um ein Feedback, bei dem die Feedbacknehmerin unterschiedliche Perspektiven auf die eigene Person und Rolle erhält. Das Besondere: Die Feedbacknehmerin wählt selbst aus, von wem sie Feedback bekommen möchte.
So entsteht ein persönliches Feedbackformat, das nicht anonym oder fragebogengestützt funktioniert, sondern von echter Begegnung und Resonanz lebt. Wertschätzung und Entwicklung bekommen gleichermaßen Raum.
So funktioniert es gut!
Feedbackgebende selbst auswählen
Die Feedbacknehmerin entscheidet, von welchen Personen sie Feedback erhalten möchte. Sinnvoll ist eine Auswahl aus unterschiedlichen Perspektiven und Rollen, beispielsweise Führungskraft, Kollegin und Mitarbeiterin. So entsteht ein möglichst vielfältiges Bild der eigenen Wirkung.
Mit der eigenen Perspektive starten
Jede Runde beginnt bei der Feedbacknehmerin selbst. Sie beschreibt zunächst ihre eigene Wahrnehmung: Was ist mir in meiner Rolle gut gelungen? Welche Stärken bringe ich mit? Wo sehe ich selbst Entwicklungsfelder?
Feedback geben
Anschließend teilen die ausgewählten Feedbackgeber ihre Perspektive. Dabei orientieren sie sich an vier Leitfragen:
- Runde 1: Was ist der Feedbacknehmerin in ihrer Rolle gut gelungen?
- Runde 2: Welche Stärken bringt sie darüber hinaus mit?
- Runde 3: Was würde ich mir anders wünschen und welche Entwicklungsfelder sehe ich?
- Runde 4: Wie können diese Entwicklungsfelder bearbeitet werden?
Reihum zuhören und Resonanz ermöglichen
Die Feedbackgeber geben nacheinander ihr Feedback. Dabei geht es nicht darum, die eigene Wahrnehmung zu verteidigen oder andere von ihr zu überzeugen. Unterschiedliche Perspektiven dürfen nebeneinanderstehen und ihre Wirkung entfalten.
Die Runde bei der Feedbacknehmerin beschließen
Nach jeder Feedbackrunde bekommt die Feedbacknehmerin bewusst das letzte Wort. Sie kann das Gehörte einordnen, Resonanz geben, Fragen stellen oder benennen, was sie aus dem Feedback mitnimmt. So wird aus dem Feedback kein einseitiges „Über jemanden sprechen“, sondern ein echter Dialog.
Entwicklung anschließen
Am Ende des SOULtalks werden die wichtigsten Erkenntnisse und möglichen Entwicklungsfelder gemeinsam betrachtet. Was möchte die Feedbacknehmerin mitnehmen? Was möchte sie ausprobieren oder verändern? Welche Unterstützung könnte dabei hilfreich sein?
Unser Tipp
Der SOULtalk sollte kein einmaliges Format bleiben. Ein jährlicher Rhythmus schafft einen guten Rahmen, um Entwicklung sichtbar zu machen, neue Perspektiven einzubeziehen und die eigene Wirkung immer wieder zu reflektieren. Dabei können die Feedbackgeber jedes Jahr neu gewählt werden.
Darauf musst Du achten!
- Die freie Wahl der Feedbackgeber ist ein wichtiger Bestandteil des Formats. Sie schafft Eigenverantwortung und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass auch wirklich relevantes und ehrliches Feedback entsteht.
- Unterschiedliche Perspektiven sind wertvoll - achtet bei der Auswahl darauf, möglichst unterschiedliche Beziehungen und Rollen abzubilden. Gerade Unterschiede in der Wahrnehmung können wichtige Erkenntnisse liefern.
- Feedback braucht einen sicheren Rahmen - nur wenn sich alle Beteiligten sicher fühlen, kann auch kritisches oder überraschendes Feedback ausgesprochen werden.
- Konkrete Beobachtungen statt allgemeiner Bewertungen - beschreibt möglichst, was ihr erlebt und beobachtet habt. Konkrete Situationen sind hilfreicher als pauschale Aussagen.
- Zuhören statt sofort reagieren - die Feedbacknehmerin muss Rückmeldungen nicht unmittelbar erklären, relativieren oder verteidigen. Das Feedback darf zunächst einmal gehört und aufgenommen werden.
- Die Feedbacknehmerin bekommt bewusst das letzte Wort - die abschließende Resonanz nach jeder Runde schafft einen guten Übergang vom Zuhören zum gemeinsamen Verstehen.
- Stärken und Entwicklungsfelder gehören zusammen - der SOULtalk ist kein Defizitgespräch. Er macht sichtbar, was bereits gut gelingt, und eröffnet gleichzeitig Möglichkeiten für Weiterentwicklung.
- Feedback braucht Kontinuität.
So unterstützen wir Dich
Nimm gerne Kontakt mit uns auf, wenn Du den SOULtalk ausprobieren oder bei Dir etablieren möchtest und für die ersten Runden eine neutrale und geübte Moderation brauchst.
Dies empfehlen wir Dir zusätzlich
Plant den SOULtalk als festen Bestandteil eurer jährlichen Entwicklungs- und Feedbackprozesse ein. So wird Feedback zu etwas Selbstverständlichem und muss nicht erst dann stattfinden, wenn Schwierigkeiten auftreten.
Gebt dem Gespräch ausreichend Zeit und einen geschützten Rahmen. Gerade weil persönliche Wahrnehmungen und Entwicklungsfelder Raum bekommen, sollte der SOULtalk nicht zwischen zwei Terminen stattfinden.
Ermutigt Feedbackgeber dazu, auch positive Beobachtungen und konkrete Stärken zu benennen. Wertschätzung ist kein „Nice-to-have“, sondern schafft die Grundlage dafür, dass auch Entwicklungsimpulse angenommen werden können.
Und: Schaut nach einem Jahr gemeinsam zurück. Was hat sich durch das Feedback verändert? Was ist vielleicht noch offen? Welche Perspektiven haben gefehlt? So wird der jährliche SOULtalk selbst zu einem Teil einer lernenden und entwicklungsorientierten Organisationskultur.
Der SOULtalk ist ein jährlicher Reflexionspunkt – Feedback sollte aber nicht bis dahin warten. Schafft auch unterjährig Raum für kurze Feedback- und Resonanzformate, damit Beobachtungen, Wertschätzung und Entwicklungsimpulse direkt in konkreten Situationen geteilt werden können. So bleibt ihr miteinander im Gespräch und könnt Feedback dort geben, wo es entsteht – zeitnah, konkret und wirksam.