Warum trennt sich eine Beratung freiwillig von einem großen Kunden? Unser Kollege Torben nimmt diese Frage zum Ausgangspunkt und erzählt auf der SIGU-Plattform, was die Gemeinwohlökonomie mit uns gemacht hat. Von der ersten Bilanz 2022 bis zu den Entscheidungen, die wirklich unbequem waren:

Dieser Beitrag von Torben Lohmüller ist zuerst am 11. August 2026 auf der SIGU-Plattform für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen erschienen.

Vor ein paar Jahren erzählte mir ein Freund von einer kleinen Beratungsfirma mit Schwerpunkten in der Team- und Führungskräfteentwicklung, dass sie sich von einem großen Kunden getrennt haben. In einem immer stärker angespannten Markt läuft eine solche Trennung normalerweise eher umgekehrt. Mein Interesse war geweckt. Nach den Gründen gefragt, gab der Freund nicht etwa an, dass die Interaktionen mit dem Kunden zu anstrengend oder die Vertragskonditionen nicht mehr tragbar waren. Der Kontakt zur Personalabteilung war gut und der Umgang mit den Teilnehmern in den Trainings angenehm und freundlich. Auch die Bezahlung war in Ordnung und die Arbeit für den Kunden brachte einen wesentlichen Teil des Jahresumsatzes für die in Selbstorganisation geführte Beratungsfirma. Grund für die Trennung waren die Produkte des Kunden, die — so hatte man sich schlussendlich eingestehen müssen — nicht nur keinen Mehrwert für die Allgemeinheit brachten, sondern sich sogar durchweg schädlich auf das Gemeinwohl auswirkten.

Wenn man sich den Kunden anschaute, brauchte es dafür nicht unbedingt eine investigative Recherchearbeit, spannend war für mich die Frage, was dann schließlich den Anstoß gegeben hatte, diesen vielleicht schon überfälligen, wenngleich wirtschaftlich unangenehmen Schritt zu gehen.

So hörte ich zum ersten Mal von der Gemeinwohlökonomie. Einen wesentlichen positiven Beitrag zu dieser zu leisten, hatte die Beratung nämlich gerade als eines ihrer strategischen Ziele für das Jahr 2030 definiert. Vorangegangen war dem ein Prozess, bei dem sie einmal ihr komplettes Handeln nach innen wie außen auf den Prüfstand gestellt und einige grundsätzliche Transformationsschritte unternommen haben, zu denen dann auch die Neuaufstellung des Kundenportfolios gehörte. Wie ich weiter unten noch einmal ausführlicher schildere, war dies durchaus kein schmerzloser Prozess, aber zunächst einmal ein kurzer Blick auf Konzepte und Instrumente der Gemeinwohlökonomie oder auch kurz GWÖ.

Was ist die Gemeinwohlökonomie?

Artikel 14, Absatz 2 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland sieht vor: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen.“ Die bayerische Landesverfassung wird in Artikel 151 sogar noch etwas expliziter: „Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit in Bayern dient dem Gemeinwohl, insbesonders der Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins für alle …“

Während die meisten Unternehmen diese Grundsätze heute so interpretieren, dass diese Pflicht durch die Zahlung von Steuern auf die Gewinne wirtschaftlicher Tätigkeit abgegolten ist, legen Christian Felber, Mitgründer von attac in Österreich, und eine Reihe von ähnlich gesinnten Unternehmer:innen seit 2010 zunächst in Österreich, später dann auch in der Schweiz und Deutschland die Verpflichtung gegenüber der Allgemeinheit enger aus und fordern, dass das oberste Ziel aller wirtschaftlichen Tätigkeit nicht primär die Maximierung von Gewinnen sein soll, sondern die Förderung des Gemeinwohls. Felber und seine Mitstreiter:innen kritisieren an der klassischen Volkswirtschaftslehre und der medialen Berichterstattung, dass der Zustand eines Landes noch immer vornehmlich anhand der Summe seiner Wirtschaftsleistung, d.h. über das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bestimmt wird, unabhängig davon, ob die Ergebnisse dieser wirtschaftlichen Leistungen für die Allgemeinheit förderlich sind oder — wie z.B. Tabak- und Nikotinerzeugnisse — sogar schädlich sind.
Alternative Konzepte wie der häufig zitierte Glücks-Index in Bhutan oder die Idee des buen vivir, also des guten Lebens, aus Mittelamerika fristen jenseits von Spezialist:innen-Kreisen meist noch ein Schattendasein, sodass es sich die Begründer der Gemeinwohlökonomie-Bewegung zum Ziel gemacht haben, eigene für die Verhältnisse hier funktionierende Messkriterien zu entwickeln, die als Maßstab für die Bewertung dienen können, in welchem Maße ein wirtschaftlicher Akteur seiner Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl nachkommt.

Entstanden ist ein Rahmenwerk, dass einerseits handlungsleitend und strategischer Ankerpunkt für Unternehmer:innen wirkt, die sich stärker am Gemeinwohl ausrichten wollen, und gleichzeitig ein Katalog an Vorschlägen und Forderungen für die Politik, mehr Anreize für gemeinwohlorientiertes Handeln zu schaffen, etwa durch eine Besteuerung nach positiven bzw. negativen Wirkungen der wirtschaftlichen Aktivitäten. Auch wenn ein großer Teil der politischen Forderungen nach wie vor auf der Wunschliste steht, haben sich in den letzten Jahren einige Unternehmen dieser Bewegung angeschlossen und bilanzieren ihre Tätigkeiten nach einem detaillierten Kriterienkatalog. Bekanntestes Gesicht der GWÖ-Unternehmer:innen ist Antje von Dewitz mit dem von ihr in zweiter Generation geführten Familienunternehmen VAUDE.

GWÖ Matrix und Bilanzierung

Wie aber schafft man es, soziales und nachhaltiges Engagement nicht nur als nebengelagerte Corporate Social Responsibility zu behandeln, sondern im Sinne der Gemeinwohlökonomie zu einem wesentlichen Ziel des eigenen Handelns zu machen?
Zum einen müssen die Themen soziale Verantwortung und ökologische Nachhaltigkeit raus aus den Marketingabteilungen und rein in die Strategiestäbe, damit sie wirklich im Kern der Unternehmen ankommen. Zum anderen braucht es unabhängig überprüfbare Wirkungsmessungen, die es Unternehmen ermöglichen, Entwicklungsfelder und im weiteren Verlauf dann auch Fortschritte sichtbar zu machen.

Die Gemeinwohlökonomie löst die zweite Herausforderung durch ein detailliertes Messinstrument, die so genannte Gemeinwohl-Matrix . Diese orientiert sich an den vier Grundwerten

  • Menschenwürde
  • Solidarität und soziale Gerechtigkeit
  • Ökologische Nachhaltigkeit
  • Transparenz und Mitentscheidung

Betrachtet werden diese für die fünf wichtigsten so genannten Berührungsgruppen eines Unternehmens. Das sind

  • Lieferant:innen
  • Eigentümer:innen, Eigenkapital- & Finanzpartner:innen
  • Mitarbeitende und Arbeitspartner:innen
  • Kund:innen & Geschäftspartner:innen
  • Globale Gemeinschaft, Natur und Lebewesen

Daraus ergeben sich 20 Bewertungsfelder, nach denen nicht nur Unternehmen, sondern auch Gemeinden und Bildungseinrichtungen auf einer Skala von 0 bis 1000 Punkten bewertet werden können. Je nach Punktestand erfolgt dann eine Einstufung in den Kategorien: Basislinie, Erste Schritte, Fortgeschritten, Erfahren und Vorbildlich.

Die Matrix und die begleitenden frei verfügbaren Handbücher sind an sich bereits hilfreich für eine erste Selbsteinschätzung und dienen in einem ersten Schritt der Standortbestimmung und der Erstellung eines Gemeinwohlberichts. Spannend wird es, wenn es um die Frage geht, wie denn diese Leistungen nachvollziehbar und unabhängig überprüft werden können. Schließlich kennen wir aus den letzten Jahren genug Beispiele, bei denen Unternehmen mit selbstentwickelten Umweltlabels für „nachhaltige“ und „klimaneutrale“ Produkte geworben haben. Die Idee der Gemeinwohlökonomie hierzu folgt dem Vorbild der unabhängigen Wirtschaftsprüfungen, denen sich größere bzw. umsatzstarke Unternehmen unterziehen müssen. So erfolgt nach Erstellung des Gemeinwohlberichts durch das Unternehmen bzw. die Gemeinde oder Bildungseinrichtung ein Audit, durch eine externe Fachperson, die dann ein Testat erstellt und anhand der Matrix das Rating vornimmt und Empfehlungen für die Weiterentwicklung ausspricht. Solche Audits erfolgen alle zwei Jahre und machen nach einer ersten Basismessung die Fortschritte und Entwicklungen der bilanzierenden Organisation sichtbar.

Die Notwendigkeit, gegen green und social washing und falsche Nachhaltigkeitsversprechen vorzugehen, hat auch die EU-Kommission gesehen und mit der ab September 2026 auch in Deutschland geltenden EmpCo-Richtlinie (Empowering Consumers for the Green Transition - Richtlinie EU 2024/825) festgelegt, dass Unternehmen Aussagen über Umwelt- oder Klimaverträglichkeit künftig nicht mehr nutzen dürfen, wenn diese nicht unabhängig überprüfbar sind. Dazu gehören etwa Aussagen wie „klimaneutral“, „klimafreundliche Verpackung“, klimaneutral bis 2030“. Das ist alles längst überfällig und durchaus im Sinne der Gemeinwohlökonomie. Abschließend zu klären hat die EU-Kommission allerdings noch, wer solche unabhängigen Überprüfungen durchführen kann. Private oder zivilgesellschaftliche Initiativen wie BCorpund auch die GWÖ-Bilanzierung sind zunächst nicht als Prüfinstrumente anerkannt und die von ihnen durchgeführten Ratings können nicht mehr ohne weiteres veröffentlicht und in der Kommunikation genutzt werden. Aus diesem Grund wird in diesem Herbst ein Großteil der veröffentlichten GWÖ-Bilanzen zunächst von den Websites der teilnehmenden Unternehmen verschwinden. Die nächsten Monate werden hier hoffentlich einiges an Klärung bringen.

Doch zurück zur GWÖ-Bilanzierung. Wie diese in der Praxis aussieht, kann ich seit 2025 aus nächster Nähe beobachten, denn ich bin dem eingangs erwähnten Freund schließlich gefolgt und arbeite seit letztem Jahr selbst bei subject:RESOUL.

GWÖ-Bilanz in der Praxis

Grundsätzlich passte eine aktive Ausrichtung am Gemeinwohl schon länger zu den Werten und der systemischen Arbeitsweisen der Menschen, die subject:RESOUL ausmachen. Der Wunsch, den miteinander verwobenen Krisen der Gegenwart etwas entgegen zu setzen, und die Welt den eigenen Kindern und folgenden Generationen in einem lebenswerten Zustand zu hinterlassen, trieb nicht nur jene um, die in den letzten Jahren Eltern geworden waren. Trotzdem wurden die hiermit verbundenen Ideen, Wünsche und Sorgen zunächst nicht in Bezug zur eigenen Arbeit und eher als Privatsache betrachtet. Als 2019 — auf dem Höhepunkt der for Future-Bewegung — einer der Gründer auf einem gemeinsamen Retreat mit den Ideen der Gemeinwohlökonomie um die Ecke kam, stieß er zunächst auf wenig Resonanz. Neben der Irritation über möglicherweise zu unterlassende Flugreisen sorgte u.a. die Frage für Missverständnisse, ob man denn nun zu einer reinen Nachhaltigkeitsberatung werden solle.

Tatsächlich dauerte es eine Weile und brauchte einige Gespräche und gemeinsame Reflexionen, bis das Thema auf mehr Offenheit stieß. Dass sich etwas ändern müsse, darüber waren sich schließlich alle einig. Im Vergleich zur Fokussierung auf z.B. die Erfassung des CO₂-Fußabdrucks der Organisation oder anderer Zertifizierungsmodelle überzeugte die GWÖ am Ende durch ihre ganzheitliche und umfassende Systematik und transformativen Ambitionen: Sie zielt nicht nur auf die Bewertung einzelner Unternehmen ab, sondern strebt eine grundlegende Veränderung der Art und Weise an, wie wir wirtschaften. Weg von einem Modell, das nur wenigen nutzt hin zu einem, das das Wohl aller in den Mittelpunkt stellt. Die GWÖ bot damit nicht nur ein Werkzeug, sondern auch ein Paradigma, das auf Resonanz stieß bei den Grundwerten von subject:RESOUL. Schließlich war die Firma vor Jahren von ehemaligen Berater:innen eines großen klassischen Beratungsunternehmens gegründet worden, die mehr wollten, als beim Erklimmen endloser Karriereleitern sinnentleerte Slide Show-Präsentationen abzufeuern.

Die weitere Beschäftigung mit dem Thema wurde dann durch die Pandemie kurzfristig unterbrochen. Aber 2022 war es dann so weit und subject:RESOUL erstellte die erste Gemeinwohlbilanz rückwirkend für das Vorjahr. Die Basismessung ergab ein nicht schlechtes, aber ausbaufähiges Ergebnis (Erste Schritte), insbesondere angesichts der Tatsache, dass Beratung, Training und Organisationsentwicklung keine ressourcenintensiven Tätigkeiten mit tiefen Wertschöpfungsketten darstellen.

Was sich seitdem verändert hat

Seit dieser ersten Messung hat eine intensive Auseinandersetzung mit den GWÖ-Kriterien, der Bilanz und den darin formulierten Empfehlungen eine Entwicklung der Organisation nach sich gezogen, die keinen Bereich unberührt gelassen hat. Angefangen bei der Frage, wie der Einkauf von Arbeitsmaterialien und -geräten nachhaltiger und sozial verträglicher organisiert werden kann, über die Anbieter der IT-Infrastruktur (2025 erfolgte der Wechsel von Google Workspace zu dem Schweizer Anbieter Infomaniak) bis hin zu für einige schmerzhafteren Entscheidungen über die Auswahl der Kunden und der Abschied von Flugreisen zum Kunden.

Zentral für die Bewusstseinsbildung war dabei tatsächlich die in Teilen durchaus anstrengende systematische Dokumentation und Diskussion der Kriterien, die halfen, einige Bereiche auszuleuchten, die bisher im toten Winkel der Wahrnehmung gelegen hatten. Konkrete Maßnahmen wie die Einführung eines „Karma-Scores“ zur Bewertung des Kundenportfolios führten am Ende dazu, dass sich subject:RESOUL von zwei Kunden trennte, deren Geschäftsmodelle dem Gemeinwohl schadeten. Solche Entscheidungen hatten zwar kurzfristig Auswirkungen auf den Umsatz, halfen aber andererseits mehr Kohärenz zwischen proklamierten Werten und unternehmerischem Handeln zu stärken.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor bei all dem war die Erkenntnis, dass die GWÖ-Bilanzierung nur dann Wirkung entfalten konnte, wenn sie organisatorisch verankert wurde. So wurde ein dediziertes Team geschaffen, um das Thema mit Kapazitäten, Plänen und Verantwortlichkeiten auszustatten. Ohne diese strukturelle Einbettung wäre das Vorhaben wahrscheinlich im Sande verlaufen. Die Anstrengungen haben sich gelohnt: Im letzten Bericht von 2025 hat sich die Gesamtpunktzahl deutlich um 200 Punkte verbessert.

Die größten Pain Points

Der wichtigste Wirkmechanismus der Bilanzierung impliziert aber gleichzeitig auch ihre größten Pain Points. Der Prozess ist aufwendig und anspruchsvoll: Jede Veränderungsmaßnahme bezüglich der verschiedenen Berührungsgruppen (Lieferanten, Kunden, Mitarbeiter:innen etc.) muss detailliert dokumentiert und begründet werden. Dies dient der Bewusstseinsbildung, erfordert aber zeitliche Ressourcen und Disziplin. Wirksame Maßnahmen erfordern von allen Beteiligten eine intensive Auseinandersetzung mit den Kriterien der Gemeinwohlökonomie. Dabei wirken die externen Audits als Spiegel, der gelegentlich unangenehme Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung zutage führt. Denn oft schätzen Unternehmen ihre Leistungen höher ein, als die Auditor:innen sie bewerten – ein schmerzhafter, aber wertvoller Lernprozess. Hinzu kommt, dass es aktuell keine direkten materiellen Vorteile gibt: Steuererleichterungen oder bessere Kreditkonditionen für gemeinwohlorientierte Unternehmen existieren (noch) nicht.

Mittlerweile aus der Innenperspektive kann ich jedoch sagen, dass der große Nutzen der GWÖ-Bilanzierung in der organisationalen Weiterentwicklung liegt: Sie schafft mehr Klarheit und Kohärenz in der gemeinsamen strategischen Ausrichtung und liefert klare Rahmenbedingungen und Entscheidungshilfen, die den Alltag entlasten. Mittlerweile zeigen sich sogar erste wirtschaftliche Auswirkungen: Als gemeinwohlorientiertes Unternehmen sind wir nun für andere als solches sichtbar und werden so auch für neue Kunden attraktiv, die uns bisher nicht wahrgenommen hatten.

Tipps und erste Schritte

Für alle, die eine GWÖ-Bilanzierung für das eigene Unternehmen in Betracht ziehen, kommen hier, ausgehend von unseren Erfahrungen, noch einige Tipps für die ersten Schritte:

  1. Struktur vor Eile: Die GWÖ bietet ein detailliertes Handbuch mit klaren Informationen zu den Rahmenbedingungen. Wir raten, sich vorab intensiv mit diesen Unterlagen auseinanderzusetzen, um den Prozess effizient zu gestalten. Ein unstrukturierter Einstieg führt zu unnötigem Aufwand.
  2. Peer-Groups nutzen: Die erste Bilanzierung kann entweder allein oder begleitet in einer Peergroup mit anderen Unternehmen erstellt werden. Wir empfehlen dringend letztere Option: Sie schafft Unterstützung, Austausch und Synergien – und macht die Herausforderung leichter bewältigbar.
  3. Bewusstsein schaffen und strukturell verankern: Die GWÖ lebt von der Partizipation der gesamten Organisation. Entscheidungen sollten nicht von Einzelnen getroffen, sondern im Team diskutiert und dokumentiert werden. Zudem ist eine klare organisatorische Verankerung (z. B. durch dedizierte Teams oder Kreise) entscheidend, um das Thema nachhaltig voranzubringen.
  4. Missverständnisse klären: Besonders zu Beginn kann es zu Fehlinterpretationen kommen – etwa der Annahme, dass die GWÖ-Bilanzierung einen kompletten Geschäftsmodellwechsel erfordert. Hier hilft eine klare Kommunikation über Ziele und Grenzen des Vorhabens.

Die GWÖ-Bilanz ist kein Selbstläufer und kein Garant für unternehmerischen Erfolg, aber sie bietet einen wirksamen Kompass für Unternehmen, die mehr wollen als Gewinnmaximierung. Der Weg dorthin ist anstrengend, manchmal unbequem und verlangt echte Auseinandersetzung – und genau darin liegt ihr Wert: Sie macht aus einem diffusen Wunsch nach mehr gesellschaftlicher Verantwortung ein greifbares, überprüfbares und strategisch verankertes Ziel. Ob sich die GWÖ angesichts der noch ungeklärten regulatorischen Zukunft und fehlender materieller Anreize langfristig durchsetzt, bleibt offen. Für uns bei subject:RESOUL hat sich die Mühe aber bereits gelohnt – nicht trotz, sondern gerade wegen der Fragen, die sie aufgeworfen hat.