Manche Entwicklungen lassen sich in Zahlen ausdrücken, andere spürt man eher zwischen den Zeilen. Unsere aktuelle Gemeinwohl-Rebilanzierung gehört für uns zu beidem. Sie zeigt messbaren Fortschritt und bestätigt zugleich eine Haltung, die wir bei subject:RESOUL seit Jahren kultivieren.

Mit der Rebilanzierung konnten wir unseren Gemeinwohlwert von 369 auf 528 Punkte steigern - eine Verbesserung um 43 Prozent

Besonders gefreut hat uns dabei, dass wir in drei Kategorien die volle Punktzahl erreichen konnten: Bei der „Ausgestaltung unserer Arbeitsverträge“, beim Thema „Eigentum und Mitentscheidung“ sowie bei „Innerbetrieblicher Mitentscheidung und Transparenz“. Genau dort also, wo sich unsere Überzeugung widerspiegelt, dass gute Zusammenarbeit auf Vertrauen, Teilhabe und Klarheit basiert. Wir verstehen unsere eigene Organisation bewusst als Lern- und Entwicklungsraum. Als einen Prototypen für Zusammenarbeit, in dem wir immer wieder ausprobieren, reflektieren und weiterentwickeln, wie wir miteinander arbeiten wollen. Dass sich diese Haltung nun so deutlich in der Gemeinwohlbilanz zeigt, ist für uns ein starkes Signal und freut uns sehr.

Neben der sozialen und organisationalen Dimension haben wir auch ökologisch einen wichtigen Schritt gemacht. Unser CO₂-Fußabdruck pro Mitarbeiter:in konnte um über 30 Prozent reduziert werden, von 2,29 Tonnen auf 1,58 Tonnen. Das Ergebnis vieler kleiner Entscheidungen, die nicht immer spektakulär sind, aber in ihrer Summe Wirkung entfalten. Für uns ist Nachhaltigkeit weniger ein Zielzustand als eine fortlaufende Praxis.

Ein wesentlicher Hebel für diese Entwicklung liegt in der Art, wie wir Entscheidungen treffen. Eine der zentralen Grundlagen unserer Zusammenarbeit ist das Konsentprinzip. Entscheidungen gelten bei uns dann als getroffen, wenn es keinen schwerwiegenden und begründeten Einwand gibt. Dabei geht es nicht um Vetorechte oder das Durchsetzen einzelner Positionen, sondern um das gemeinsame Prüfen, ob ein Vorschlag für alle Beteiligten tragfähig ist.
Schwerwiegend ist ein Einwand immer dann, wenn jemand ernsthaft befürchtet, dass eine Entscheidung dem Team, dem gemeinsamen Ziel oder einzelnen Menschen schadet. Eine Frage, die uns in diesen Momenten immer wieder Orientierung gibt, lautet: „Ist es gut genug für den Moment und sicher genug, um es auszuprobieren?“ Dieses „good enough for now and safe enough to try“ hilft uns, handlungsfähig zu bleiben, ohne Risiken zu ignorieren. Verantwortung wird geteilt, Argumente wiegen mehr als Hierarchien, und Entscheidungen werden transparent gemeinsam getragen. Dass genau diese Art des Zusammenarbeitens in der Gemeinwohlbilanz sichtbar wird, berührt uns besonders. Sie zeigt, dass Haltung, Struktur und Wirkung miteinander verbunden sind und das Wirtschaft auch anders gehen kann.

Ein herzlicher Dank gilt an dieser Stelle Michael Pelzl für die Auditierung sowie der Gemeinwohl-Ökonomie Deutschland für den Rahmen, der solche Entwicklungen ermöglicht und vergleichbar macht. Wir nehmen die Ergebnisse der Rebilanzierung als Anerkennung, vor allem aber als Einladung, unseren Weg weiterzugehen: lernend, verantwortungsvoll und mit offenem Blick für das, was möglich ist.