Synergic Inquiry

Synergic Inquiry [...] strebt danach, zuerst zu differenzieren und erst danach zu integrieren.

– Dr. Yongming Tang

Bild von zwei Stühlen, die durch eine Holzlatte getrennt werden (Mario Heller, unsplash.com)

Mit Synergic Inquiry verhält es sich ein bisschen wie mit dem Aufräumen. Erst einmal muss man sich alle aufzuräumenden Elemente einmal genau anschauen, überlegen ob und wofür sie noch hilfreich sein können und sie nach Art oder Zweck sortieren. Anschließend kann man sie dann im entsprechenden Raum so zusammenbringen, dass sich ein gutes Gesamtkonzept ergibt.

Hierfür empfehlen wir das Tool!

In vielen Organisationen prallen unterschiedliche, zum Teil widersprüchliche Aufträge aufeinander: Kosten senken und gleichzeitig investieren, Prozesse stabilisieren und zugleich Neuland erkunden, Verlässlichkeit sichern und zugleich Innovation ermöglichen. In der Regel werden diese Paradoxien über Arbeitsteilung organisiert: verschiedene Einheiten übernehmen unterschiedliche Teile des Widerspruchs – etwa eine IT Abteilung, die für Standardisierung und Sicherheit sorgt und ein Innovation Lab, das bestehende Geschäftsmodelle in Frage stellt und Routinen herausfordern soll. Treffen diese Einheiten an Schnittstellen aufeinander, geraten die dahinterliegenden, legitimen Handlungs und Prozesslogiken häufig in Konflikt und organisationale Spannungen werden als persönliche Konflikte gedeutet („die bürokratischen Langweiler in der IT“ versus „die chaotischen Zettelkleber aus der Innovation“).

Die von Yongming Tang entwickelte Methode Synergic Inquiry hilft Teams und Stakeholdergruppen, diese Spannungen vom Persönlichen auf die System- und Auftragslogik zurückzuholen, sich gegenseitig wohlwollend zu unterstellen, dass alle ein legitimes Ziel verfolgen und Unterschiede in Zielen, Strategien und Annahmen so zu erkunden, dass aus Differenzen bewusst Synergien werden.

So funktioniert es gut!

Setting klären und Fokusgruppen definieren: Klärt zunächst, welche zwei (maximal drei) Gruppen, Bereiche oder Stakeholder gemeinsam arbeiten wollen (z. B. IT und Innovation, Verwaltung und Unternehmen) und welches gemeinsame Oberziel euch verbindet (z. B. Wohlergehen der Organisation, Gelingen eines Projekts).

Darauf musst Du achten!

Nehmt euch, insbesondere wenn die Gruppen zum ersten Mal in diesem Modus zusammenarbeiten, ausreichend Zeit – wir empfehlen mindestens drei Stunden, bei komplexen Themen oder mehreren Stakeholdern eher mehr.

Achtet in der Moderation konsequent auf eine wertschätzende Haltung: In den Spiegelungsphasen geht es ausschließlich darum, wiederzugeben, was gehört wurde, nicht darum, die andere Gruppe zu bewerten oder zu beraten.

Ein wichtiger Punkt in der Phase „Stärken und Schwächen“ ist die klare Rollentrennung: wertschätzt explizit die Stärken der jeweils anderen und reflektiert nur die eigenen Schwächen. Die vermeintlichen Schwächen der anderen sind in der Regel bereits ausreichend im Vorfeld diskutiert worden und haben oft erst zu den Spannungen geführt.

Hilfreich ist es zudem, die Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation im Hinterkopf zu behalten: unterstellt allen Beteiligten eine positive Absicht, trennt Ziele von Strategien und erinnert euch daran, dass unterschiedliche Aufträge und Logiken nicht Gegnerschaft bedeuten, sondern eine gemeinsame Ressource für tragfähige, synergetische Lösungen.

So unterstützen wir Dich

Für weniger erfahrene Moderator:innen kann diese Methode eine Herausforderung sein, da auf mehreren Ebenen gedacht werden muss (Was wird inhaltlich gesagt? Wie wird miteinander kommuniziert? Wie reagieren die handelnden Personen aufeinander?). Erfahrenere Moderator:innen werden das gut kennen und können, doch auch bei ihnen kann es sinnvoll sein, sich extern unterstützen zu lassen, um selbst inhaltlich mitdenken zu können.