Insgesamt haben wir im letzten Jahr CO2 Emissionen in Höhe von knapp 55t ausgestoßen, 2/3 davon wollten wir wie in den Vorjahren in Malawi kompensieren. Da wir unser Kompensationsbudget auf Grundlage des von der Bundesregierung festgelegten Kompensationswertes von 45€ pro Tonne errechnet und aufgerundet haben, hatten wir ein großzügiges Budget von 2.500 EUR zur Verfügung, mit dem man in Malawi einiges anstellen kann. Und was genau damit passiert ist, kann unsere Kollegin Julia wieder aus erster Hand berichten:

Im Prinzip haben wir unsere Strategie der letzten Jahre beibehalten: Die Kombination aus Kochöfen zur Kompensation und Bamboos und Bäume zur Regeneration. Über die Jahre haben wir einiges gelernt und entsprechend unsere Strategie daran angepasst.

Dieses Jahr haben wir deutlich stärker auf Kochöfen gesetzt, einfach, weil sich mit den Kochöfen sehr klar und nachvollziehbar berechnen lässt, wie viel CO₂ tatsächlich eingespart wird. Wir rechnen dabei konservativ mit einer Tonne pro Kochofen. Da diese hier sehr günstig sind, haben wir in diesem Jahr 500 Kochöfen verteilt – das entspricht 500 Tonnen CO₂-Kompensation. Damit haben wir fast das Zehnfache von dem erreicht, was wir selbst kompensieren mussten.

Die Kochöfen kommen nach wie vor sehr gut an und sie machen wirklich einen Unterschied, wie viel Holz man zum Kochen benötigt. Ich habe vor ein paar Monaten selbst mal den Test gemacht, als ich auf einem Hiking-Trip nur mit Holz kochen konnte. Der Unterschied ist groß: Statt eines Drei-Stein-Feuers, bei dem Wärme verpufft und Holz lange weiterbrennt, konzentriert der Kochofen die Hitze viel besser – und das Holz geht schnell aus, wenn man es nicht mehr braucht.

In den letzten Jahren haben wir verschiedene Anbieter ausprobiert – alle versprachen „Giant Bamboos“. Im Laufe der Jahre haben wir aber festgestellt: Nur einer liefert wirklich die echten Giant Bamboos. Sie sind teurer, kommen mit einem riesigen Wurzelwerk – und wachsen dafür auch richtig gut.

Dieses Jahr haben wir deshalb ausschließlich bei diesem Anbieter gekauft. Das brachte ein paar Herausforderungen mit sich:

  • Die Pflanzen kommen in großen Säcken und sind schwer ins Projektgebiet zu transportieren.
  • Erst hatten wir keinen Transport, dann waren die gewünschten Pflanzen schon weiterverkauft.
  • Später gab es wieder welche, aber dann gab es eine landesweite Benzinknappheit.

So sind die Bamboos leider erst am Ende der Regenzeit angekommen. Da das Einpflanzen zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn mehr gemacht hätte, haben wir entschieden, sie zunächst bei unserem Projektpartner vor Ort zwischenzulagern. Sie werden dort gut versorgt und kommen pünktlich zum Beginn der nächsten Regenzeit – also in etwa einem Monat – in die Erde.

Rund 2.000 Bäume haben wir verteilt, hauptsächlich bei Farmern in ihren Gärten bzw. auf ihren Feldern. Wir haben dazugelernt und verteilen nicht mehr an Schulen, da diese es leider nicht schaffen sich in den Ferien um die Bäume zu kümmern. Insgesamt könnten Überlebensraten besser sein (ca. 50%), aber das wussten wir seit Beginn. Ich finde aber nach wie vor: selbst, wenn nur 50% die ersten Jahre überleben, sind es immerhin 1.000 Bäume aus allein diesem Jahr, die wachsen dürfen, leckere Früchte und/oder Schatten spenden und irgendwann hoffentlich CO2 binden (was wir übrigens in unsere Kompensation nicht mit eingerechnet haben).

Ein Learning aus den letzten Jahren war, dass das Projekt insgesamt mehr Begleitung und Training der Farmer braucht. Daher haben wir dieses Jahr mit einem Teil unseres Budgets einen Mitarbeiter für Community Outreach eingestellt, dessen Aufgabe es ist, jeden Tag Workshops durchzuführen. Dabei geht es um simple Dinge wie Ziegenschutz bauen, wässern etc. Er folgt einem Schulungskonzept, das unser Projektpartner entwickelt hat. Mal sehen, ob sich die Überlebensrate der Bäume und der Bamboos damit in den nächsten Jahren verbessert!

 

Hier eine Auswahl an Fotos aus dem Projekt