Miriam Epple

 
 

Um die Seelen der Menschen, das, was sie wirklich denken und fühlen, wieder in die Organisation einzubetten, ist ein Prozess nötig. 

miriam.epple@subjectresoul.com

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Wie oft bin ich aus einem Meeting rausgegangen und habe erst meinem vertrauten Kollegen im Büro gesagt, was ich wirklich denke? Wie häufig habe ich meine Meinung für mich behalten, weil ich die Reaktion meiner Umwelt gescheut habe oder glaubte, ich wäre die einzige, die so denkt?
Leider viel zu häufig.
„Leider“ für mich persönlich, weil es sich nicht gut anfühlt, wenn sich meine inneren Gedanken, Ideen, Bilder und Vorstellungen nicht auch im Außen ausdrücken dürfen.
„Leider“ auch für jedes Unternehmen, in dem ich gearbeitet habe und dem ich meine konstruktiven Beiträge, besonders auch die kritischen Beiträge, vorenthalten habe. Wenn ich den Mut gehabt hätte, mich zu äußern, mich einzubringen, hätten sich vielleicht auch andere getraut und wir hätten gemeinsam Dinge verändern können.
Stattdessen habe ich geschwiegen, bin das Risiko nicht eingegangen und habe damit den Status Quo erhalten.
Verständlicherweise.
„Verständlicherweise“ für mich, weil ich in einigen Unternehmenskulturen beobachtet habe, was passieren kann, wenn sich kritische Stimmen gezeigt haben. Die sind dann gemieden worden, wurden nicht befördert, waren „anstrengend“. Besser schien es zu sein, seine Gedanken für sich zu behalten.
„Verständlicherweise“ auch für die Organisation. Die kulturellen Spielregeln haben einen Grund, sie bilden die Wurzeln der Organisation und beruhen auf Werten, die sich in der Vergangenheit als überlebenswichtig herausgestellt haben. Diese einfach zu übergehen, zu verletzten erzeugt als direkte Reaktion Widerstand, Irritation, Unmut.
Die innewohnenden Werte zu reflektieren, wohlwollend und auch kritisch zu hinterfragen und sie zusammen neu zu definieren, braucht intensive Begleitung. Um die Seelen der Menschen, das, was sie wirklich denken und fühlen, wieder in die Organisation einzubetten, ist ein Prozess nötig. Dafür braucht es Langsamkeit, achtsam gehaltene Räume, aber auch Klarheit, Dranbleiben und immer wieder durchatmen. Diese Räume zu gestalten, in denen sich das entfalten kann, was das Ganze einen Schritt weiterbringt, das ist mein Beitrag.


Erfahrung
Seit mehr als 10 Jahren mit Menschen und ihren Organisationen unterwegs. Erst bei einer etablierten Beratung, dann als Führungskraft in einem Start-up, seit 2014 als selbstständige Beraterin, Prokuristin und jetzt auch Geschäftsführerin im Netzwerk.

Ausbildung
Diplom-Psychologin, Eignungsdiagnostikerin nach DIN 33430, dreijährige Coachingausbildung zur prozessorientierten Moderatorin für Einzel- und Gruppenbegleitungen, diplomierte soziokratische Gesprächsleiterin, in Ausbildung zur
soziokratischen Expertin.